Ob Luchs, Laubfrosch oder Lungenenzian: Pro Natura kämpft in der ganzen Schweiz für bedrohte Tiere und Pflanzen. Manchmal mit der Hacke und der Schaufel, manchmal mit Lobbying «in Schale» im Bundehaus.
Ein heisser Sommertag im Aargauer Jura. Es duftet nach Heu; farbenprächtige Schmetterlinge gaukeln über eine bunte Blumenwiese. Neben der Wiese steht eine grüne Tafel: Naturschutzgebiet. Gut möglich, dass diese Magerwiese von Pro Natura gepflegt, gemäht und geschützt wird. Denn seit 1909 setzt sich die Organisation in der ganzen Schweiz für den Schutz bedrohter Tiere und Pflanzen sowie deren Lebensräume ein. Pro Natura betreut mittlerweile über 600 Reservate mit einer Fläche von 990 km2. Jedes dieser Schutzgebiete ist eine Naturoase, die für viele gefährdete Lebewesen zum letzten Rückzugsgebiet geworden sind. Zu den bekanntesten und grössten Pro Natura Schutzgebieten zählen unter anderem der Vanil Noir (FR), das Hintere Lauterbrunnental (BE) oder der Baldeggersee (LU).
Auch die Gründungsgeschichte von Pro Natura ist eng verknüpft mit einem Reservat. Der Verband wurde 1909 als Schweizerischer Bund für Naturschutz (SBN) gegründet, um damit im Ofenpassgebiet den ersten Nationalpark der Schweiz finanzieren zu können. Sowohl der Park als auch die Organisation bestehen bis heute. Geändert hat der Name. Seit 1997 heisst der SBN Pro Natura und die Aufgaben haben sich seit der Gründungszeit vervielfacht. Getragen wird die Naturschutzorganisation von über 140'000 Gönnerinnen und Mitgliedern.
Mit der aktuellen Kampagne «Gründen wir einen neuen Nationalpark!» tritt Pro Natura in die Fussstapfen ihrer Gründerväter. Um die Artenvielfalt langfristig zu erhalten, braucht die Schweiz mehr grosse Reservate. Pro Natura hat deshalb einen Wettbewerb gestartet. Die Region, die als erste einen neuen Nationalpark verwirklicht, erhält von Pro Natura eine Starthilfe von einer Million Franken. In fünf Gegenden des Landes – Maderanertal (UR), Locarnese (TI), Adula/Rheinwaldhorn (TI/GR), Zermatt (VS) und Les Muverans (VS) – klären Behörden, die Bevölkerung und Politiker ab, ob sie in ihrer Region einen neuen Nationalpark möchten. Die Kampagne «Mehr Platz für Schmetterlinge» startete im Frühling 2003. Pro Natura macht damit auf das traurige Schicksal der Tagfalter aufmerksam. Mit der Kampagne will sich Pro Natura dafür einsetzen, dass die Sommervögel wieder häufiger werden.
Naturschutz ist nur erfolgreich, wenn sich Pro Natura auch bei Politikern Gehör verschaffen kann. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter verhandeln deshalb oft mit Politikern in der Gemeinde, den Kantonen oder im Bundeshaus. Auch international ist Pro Natura aktiv. Sie ist Mitglied von Friends of the Earth International, einem weltumspannenden Netzwerk von Umwelt- und Naturschutzgruppen, und zeigt so, dass Pro Natura sich für die Umweltanliegen in aller Welt interessiert und einsetzt.
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